Das Schrättele geht auf zwei über­lie­fer­te Geschichten zurück:

Eine Herbertinger Magd musste jede Nacht als Schrättele wandern. Als der Bauer fest­stell­te, dass die Magd jede Nacht das Haus verließ, stellte er sie zur Rede. Nach langem Zögern gestand das Mädchen, dass sie die Wanderungen machen müsse. Als der Bauer sie nach einer Möglichkeit fragte ihr zu helfen, sagte sie, die einzige Möglichkeit wäre, wenn sie im Haus das zer­bre­chen dürfe, was sie wolle. Als der Bauer ein­wil­lig­te, war am nächsten Morgen sein liebstes Tier, der Hund, verendet. Die Magd aber war frei.

Eine andere Magd hatte von ihrer Mutter das Schrättelegehen geerbt. Ihre Seele musste in Gestalt einer weißen Maus wandern und etwas erdrücken. Der Bauer, der Magd auf die Schliche gekommen, ver­sperr­te der Maus den Weg in seinen Stall. Die Magd war am nächsten Morgen ganz zer­schun­den, da sie in der Nacht als Maus eine Eiche gedrückt hatte, die im Hof lag. Als der Bauer sie mit der Geschichte kon­fron­tier­te, ent­schul­dig­te sich die Magd und gestand, ein Schrättele zu sein. Der Bauer erlaubte ihr, dass sie sein schönstes Ross erdrücken dürfe. Von dem Zeitpunkt an war die Magd frei.

Das „Schrättele“ zeigt das Gesicht eines alten, grieß­grä­mi­gen Weibleins. Das Häs besteht aus einem Rock mit Schürze, einer Bluse und einem geflick­ten Kopftuch. Das Schrättele trägt Holzschuhe an den Füßen. Die Schrättela laufen entweder mit einem Korb, in dem Süßigkeiten für die Kinder sind, oder mit Neckscheren, die sie zu kleinen Späßen einsetzen.